Drei Mal zu früh
Im Frühling 2002 freute ich mich über die positiven Ultraschall Ergebnisse. Ich erwartete Zwillinge.
Bei einer Untersuchung in der 23. Schwangerschaftswoche stellte sich heraus, dass die Kinder nicht wunschgemäss wuchsen.
Drei Wochen später war die Versorgung über die Nabelschnur so kritisch, dass ich hospitalisiert wurde.
Nach zehn Tagen wurde ich von Samuel und Mjriam entbunden. Da sie noch sehr klein waren, informierten mich die Ärzte, dass sie mir die Kinder bei der Geburt nicht zeigen könnten,
weil sie so schnell wie möglich zur Erstversorgung abtransportiert werden müssten. So hörte ich sie nur kurz aufschreien. Als ich sie am nächsten Tag zum ersten Mal sah, erlitt ich einen Schock und wurde depressiv.
Samuel war an einem Hochfrequenzbeatmungsgerät angeschlossen, der seinen winzigen Körper zum vibrieren brachte. Er war in einem Glashaus eingesperrt.
Mjriam lag in einer offenen Einheit. Auch sie war intubiert, doch ihr Körper bewegte sich auf eine natürliche Art. Im Verlauf des Tages kam auch sie in eine Isolette.
Als ich nach einigen Tagen mit meinen Kindern Känguruhen durfte, ging es mir wieder besser. Mjriam entwickelte sich gut und brauchte schon bald keine Atemhilfe mehr.
Auch Samuel machte Fortschritte, und wurde nach ein paar Tagen extubiert. Er brauchte jedoch weiterhin die Unterstützung des Infant Flow. Mit fünf Wochen musste er während vier Tagen wieder künstlich beatmet werden.
Ein Infekt auf der Lunge hatte ihn zu sehr geschwächt.
Mjriam kam nach 10 Wochen nach Hause. Vier Wochen danach durfte auch Samuel nach Hause kommen.
Als ich zwei Jahre später erfuhr, dass ich wieder Schwanger war, versicherte mir eine Ärztin, es gäbe keinen Grund, dass mein drittes Kind auch zu früh zur Welt käme.
Doch in der 23. Woche zeigten sich schon wieder die ersten Unregelmässigkeiten, die auf eine mögliche Frühgeburt hinwiesen. 9 Wochen später wurde ich stationär zur Beobachtung in der Frauenklinik aufgenommen.
Drei Tage später wurde ich infolge eines HELLP-Syndroms unter Vollnarkose notfallmässig entbunden. Als ich wieder erwachte, war Noha schon im Kinderspital.
Schon wieder konnte ich mein neugeborenes Kind an seinem Geburtstag nicht einmal sehen. Da ich mich nur schwer erholte, konnte ich ihn auch an den zwei nachfolgenden Tagen nicht besuchen.
Sein Zustand war sehr stabil und er wurde bereits am 3. Tag ins 3West verlegt. Daraufhin entschied eine Krankenschwester der Neonatologie ihn zu mir auf Besuch zu bringen.
Nach ca. 5 Wochen und einigen Apnöen durfte er nach Hause. Heute geht es allen drei sehr gut.
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